Wenn man in der Welt herum kommt und nach seiner Herkunft gefragt wird und dann artig, sowie korrekt antwortet:
Na ja eigentlich da aus der Nähe von Hameln, vielleicht noch zwischen Hannover und Paderborn her? Hört man anschließend glatt:
Da war doch die Sage mit dem Rattenfänger, manchmal sogar noch dreister: So du bist also der Rattenfänger???
Ich antworte dann mittlerweile routiniert: Oh danke, der Rattenfänger war doch wirklich nicht das Problem oder?
Er hatte Tricks drauf, war mystisch, musikalisch, eine tolle Verkleidung, überregional tätig, kinderfreundlich und ganz flexibel. Der Rattenfänger hat Verträge eingehalten und genial seine Arbeit mit einer unheimlichen, damals recht modernen Technik gemacht.
Die Ratten alle ins Visier genommen, mit Flötenmusik artgerecht betäubt und wenn die halt dann in der Weser das Schwimmen vergaßen - haben die Krabben in der Nordsee eben genug Arbeit bekommen …
Das Thema ist also tatsächlich zeitlos.
Wenn die Oberschicht in einem Land sich nicht nachhaltig verhält und nur an Geld denkt, analog zum Bürgermeister und dem Rat im alten Hameln, so ist es geradezu eine Pflichtaufgabe aller, Kinder vor solchen Eltern, in Sicherheit zu bringen.
Soviel zu heute fehlenden Bildungsanreizen, kommunalen Haushaltsdefiziten, Generationskonflikten, der Technikfolgenabschätzung usw.

Logisch war der Rattenfänger ein Werber für die Besiedelung des Ostens. Er verspricht den Kindern eine freie und bessere Zukunft. Wer hätte gedacht, daß diese Freiheit aber - so anstrengend ist!

Den „Bernburger“ Till Eulenspiegel finde ich auch nicht verkehrt. Arminius hatte in römischen Saunen genug Zeit zum Nachdenken über die Zukunft Germaniens. Im Moment suche ich meinen alten Flitzebogen und finde Robin Hood im Kino mal wieder richtig notwendig.